DRIZZT aus Kamillos Sicht
Diese Woche ist Special-Woche, denn ich habe hier schon wieder einen solchen Beitrag für Euch. Der gute Don Kamillo, den ich im Forum von Tanelorn kennenlernen dürfte und der mit Wulfgar vs. Conan von Marie als Gewinner der V(S)erlosung gezogen wurde, war so freundlich, uns mal zu schreiben, wie er eigentlich zu unserem beliebten Drow steht:
“Wie und was ist denn Drizzt eigentlich?
Nach aussen hin ist er ein überragender Schwertkämpfer, wurde ja auch entsprechend ausgebildet und wird mit jeder Gefahr fertig oder hat mehr oder weniger immer gerade Freunde, ob gewollt oder nicht, an der Hand, die ihm helfen.
Nach innen hin ist er aber eher tragisch zu sehen, weil zu Anfang viele Begleiter sterben und er öfter mit dem Tod der ihm Nahe stehenden konfrontiert wurde, wo er jetzt grundsätzlich nie ganz unschuldig ist.
Dennoch kann er selten Gefühle zeigen, weil man es nicht von ihm erwartet ( harte Schale ) und weil es ihn angreifbar machen würde, also zieht er weiter seine Show ab und erfüllt die Erwartungshaltung der ihn Umgebenden, wobei seine wirklich engen Freunde ihn besser kennen, und auch die Erwartungshaltung der geneigten Leserschaft, die Drizzt genauso sehen wollen (ich muß zugeben, daß ich die letzten 4-5 Romane um Drizzt nicht gelesen habe, weil mir immer weniger Zeit zum Lesen bleibt, ich früher sowieso alles gelesen habe, was ich in die Finger kriegen konnte und heute wählerischer aufgrund der fehlenden Zeit bin, aber auch, weil es viel mehr Fantasyromane gibt, also auch mehr Schund und mehr Gutes, was man sich allerdings rauspicken muß ).
Drizzt ist ein Charakter, der als Gesamtkonzept viele Leute anspricht bzw. ansprechen will und soll, zum einen ist er Einzelgänger, ein einsamer Wolf, der durch die Gegend streift und seine Beute jagt, auf der anderen Seite fühlt er sich in Gesellschaft genauso wohl. Dementsprechend halten sich in den Romanen die Szenen die Waage, wo Drizzt alleine oder mit seinem Panther unterwegs ist, oder eine Gruppe um sich herum hat.
Dann ist Drizzt exotisch und geheimnisvoll aufgrund seiner Rasse und Herkunft, zumindest anfangs. Dazu kam er mit der Zeit an einige magische Gegenstände (sein Panther, beide magische Krummsäbel, magische Beinschienen ), die ihn verstärken und ein wenig mehr Farbe verleihen.
Dazu kommt es, eher über kurz als über lang, überall dort, wo Drizzt auftaucht, zu bewaffneten Konflikten und Drizzt mischt richtig mit, sei es gegen Horden von Gegnern und in Form von vielen Zweikämpfen.
Man hat also mit Drizzt eine „eierlegende Wollmilchsau“ erschaffen, die irgendwo alles kann, manchmal sogar sozial sein… Natürlich soll der Charakter als einer der Hauptprotagonisten Sympathie erzeugen, tut er auch, aber mit der Zeit ging in meinen Augen viel verloren und es dürfte immer schwerer werden, aus Drizzt mehr rauszuholen. Inzwischen steht aber viel Geld hinter der Figur Drizzt, also geht es weiter. Ich gehe davon aus daß, wenn Drizzt irgendwann einmal in Rente geht, also wohl spektakulär stirbt und seine/n Widersacher mitnimmt und den Tag rettet, dies groß angekündigt wird und noch einmal für richtig Umsatz sorgen wird.
Ich bin übrigens dran, mich auf einen neueren Stand zu bringen, was entsprechende Romane angeht, habe zwar noch einiges anderes vor mir, aber es wird weitergehen.
Was ich mir von den Büchern verspreche? In jedem Falle Kurzweiligkeit, denn das haben Sie bisher immer erfüllt, für den Gehalt und das ganze große Kino habe ich mir andere Bücher besorgt und verschlungen.
Kamillo Fitzek, April 2010″
Das Bild von DRIZZT habe ich hier gefunden und möchte mich ganz herzlich dafür bedanken!
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Ich habe alle “Forgotten Realms”-Romane von Salvatore gelesen und mich gefreut, als letztes Jahr “Der Piratenkönig” rauskam. Dieses Buch hat mir allerdings am wenigsten von allen gefallen. Ein Drizzt Do’Urden ohne Bruenor, Cattie-brie und Wulfgar. Schade.