DRIZZT vs. The Joker
Vendui’ und willkommen zu einer weiteren Runde VS!
Philipp Z. hat sich die folgende Geschichte ausgedacht, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Dennoch muss ich Euch warnen, dass nicht-jugendfreie Sprache und blutige Szenen diesen Artikel schmücken. Wer also schwache Nerven hat und sich vor Schimpfwörtern schützen möchte, soll hiermit gewarnt sein.
In der Rubrik VS. treten diesmal ein dunkler Elf gegen einen weiß-geschminkten Meister des Schabernacks an. Der “Clown Prince of Crime”, The Joker, seines Zeichens Erzfeind des berüchtigten Batmans macht diesmal unserem Drow das Leben schwer. Mir gefällt die Kombination natürlich besonders gut, da ich ja ein begeisterter Comic-Sammler bin und erst kürzlich nochmal “The Killing Joke” gelesen habe. Wir von LAUSCH sind natürlich große Fans von HELLBOY, der vor einiger Zeit ja auch in diesem Blog zu Gast war. Die Comics zu DRIZZT, die bei Panini erschienen sind, habe ich hier auch zur Recht hervorgehoben, aber zugegeben, bin ich vor allem bei Marvel und DC zuhause. Auch in unserem youtube-Kanal habe ich diese Leidenschaft bereits unterstrichen.
Ich hoffe, dass Euch die Geschichte von Philipp ebenfalls viel Vergnügen bereitet!
“Dunkle Häuserschluchten, tote Straßen, verschiedene Gerüche aus jedem Gullideckel, weit entfernter Autolärm und Regen. Regen, Regen und nochmals Regen. Seit heute Morgen regnet es. Eine Woche war ich schon in dieser verfluchten Stadt und auf der Flucht vor diesem Latexspinner. Ganz in schwarz, spitze Ohren und einen langen Umhang. Aber er bezeichnet sich als
dunklen Ritter von Gotham City – dieser Graf Dracula aus einem Cyber-Tunten-Film hat wohl keine Spiegel Zuhause. Und mich schimpft er einen Verbrecher, nur weil ich einer alten Frau ihr Sandwich entwendet habe. Aber was soll man machen, nach 10 Tagen ohne Essen und nur Wasser aus Pfützen. Ja ich, Drizzt Do’Urden, Prinz des 3. Hauses, größter Krieger, aufstrebender Magier bin ein Flüchtiger. Ich flüchte vor meinem Leben. Ich wollte einfach weg und an der Oberfläche leben. Aber hier ist es auch nicht wirklich besser. Erst war ich in N.Y. und wurde von einer blau-roten Spinne gejagt. Der Typ war schon krass drauf. Er konnte Wände entlang krabbeln und sich durch die Gegend schwingen. Dann bin ich einmal quer durchs ganze Land nach L.A. getrampt. Dort traf ich auf einen dunklen Kerl mit Reiszähnen und schwarzen Ledermantel. Der hielt mich für einen bösen Höllenkobold. Und nun flüchte ich vor dem Fledermausmann. Der hatte mir am schlimmsten zugesetzt. Zu jeder Tageszeit attackierte er mich und gestern ist es ihm, trotz meiner Zauber, gelungen mir meine Säbel abzunehmen.
Ich fror, hungerte und stand dem nächsten Mitglied aus dieser menschlichen Faschingstruppe gegenüber. Um genauer zu sein, er schien mir der Spaßmacher dieses Wanderzirkus. Ein Clown mit kreideweißem Gesicht, giftig grünen Haaren, schwarzumrahmte Augen und ein Paar rote Lippen, verzerrt durch ein irres Grinsen.
„ Guten Abend der Herr! Haben sie sich verlaufen? So gaaanz aaalleine in diesen dunklen Ecken?“
„Lass mich in Frieden Clowngesicht.“
„Na na! Warum denn gleich so unhöflich? Mit diesen Ohren würde ich nicht über andere Lästern.“
„Was interessieren dich meine Ohren?“
„Alter, schau mal in den Spiegel. Du siehst aus wie aus einer Freakshow entlaufen. Oder ein Castingopfer von Herr der Ringe. Legolassy! Hahaha!“
„Ich bin kein schwuler Strumphosenträger der mit einem abgebrochenen Zwerg herumhängt. Ich bin Drizzt Do’Urden! Großer Drow-Krieger und Prinz des 3. Hauses!“
„Uhuh, verzeiht vielmahls eure Majestät! Ich armer Tor, habe euch nicht sofort erkannt. Ich werde euch natürlich sogleich zur nächsten Rollplayerconvention begleiten.“
„Wovon redest du dämlich grinsendes Honigkuchenpferd? Ich bin ein Kämpfer, ein Meister des Schwertes!“
„Ein Meister des Schwertes? Dann kannst du mir sicher ein paar gut Tricks bei bringen. Ich habe just heute zwei wunderschöne Säbel geschenkt bekommen. Und zum Broteschmieren sind sie voll blöd.“
Ich sah, wie dieser irre grinsende Harlekin meine beiden Säbel aus seiner Hose herauszog und langsam damit begann die Luft zu
durchschneiden. Beide Klingen waren mit eingetrocknetem Blut überzogen und das, obwohl ich sie im Kampf mit der Latexfledermaus nicht einmal in dessen Fleisch rammen konnte. Ich spürte wie es in meinen Fingern zu kribbeln begann und meine Hände nach meinen Säbeln gierten. Ich wollte schon einen übereilten Angriff auf den Clown starten als mir wieder eine Schlagzeile aus dem Fernseher einfiel. Die Nachrichtensprecherin redete von einem Entflohenen aus Arkham Asylum. Einem Psychopathen, einem durchgeknallten Terroristen. Der Joker! Ich sah mich kurz um und sah links von mir eine verbogene Eisenstange im Dreck liegen. Ich wog sie in meinen Händen und beschloss, dass es für diesen Spinner reichen würde.
„Hey, Narbengesicht. Ich mach dir ein gutes Angebot. Du gibst mir mein Eigentum zurück und darfst weiterleben.“
„Was heißt hier Narbengesicht?! Dieses wunderbare Lächeln hat mir meine Mutter mit einem Messer ins Gesicht gezaubert. Sie meinte immer, ich gucke zu ernst.“
„Das glaube ich dir. So ein Gesicht kann ja nur eine Mutter lieben. Du warst bestimmt der Drittgeborene und sie hat dich schon auf den Müll geschmissen, bevor du von Jack Nicholson im Vollrausch aufgezogen wurdest.“
„Sagt mir der Typ, der in Strumpfhosen und Spockohren Heath Ledger die Rolle für „Brokeback Mountain“ wegcasten wollte und sich dann enttäuscht Zuhause in sein Legolas-Kuschelkissen in den Schlaf weinte.“
Der Kerl nervte mich tierisch mit seinen Sprüchen. Besonders seine abfälligen Anspielungen auf Legolas. Ja, er war vom anderen Ufer und ja, er hat sich auch schon mal an mich herangemacht – wenn auch nur im besoffenen Zustand – , aber er ist ein großartiger Krieger und Bogenschütze!
Ich griff den Joker an. Während ich die spitze Eisenstange geübt kreisen ließ – dies habe ich vor einigen Wochen bei einer Schildkröte in der Kanalisation gelernt -, begann der Joker die Säbel sehr geschickt zu jonglieren. Ich rannt auf ihn zu und meine
erste Serie an Schlägen und Stichen ging auf ihn nieder. Noch bevor meine Schwerter klirrend zu Boden fielen, hatte er kräftig Hiebe gegen die Beine, den Brustkorb und seine geschminkte Visage bekommen. Sogar einen fiesen Stoß mit dem rostigen Ende in den linken Arm musste er einstecken. Und doch konnte er verhindern, dass ich mir meine Waffen wieder aneignete. Noch bevor ich zugegriffen hatte, warf er mit voller Wucht zwei Stink-Rauch-Granaten auf mich. Der Gestank trieb mir Tränen in die Augen und die Galle stieg mir die Speiseröhre hinauf. Der Nebel war so dicht, dass selbst ich nichts sehen konnte und ins Leere griff.
„Hahaha – Hehehe!“ Ich hörte nur sein schrilles hyänenartiges Gelächter, welches von überall zu kommen schien. „Na na, wer ist denn hier so unartig? Haben dir deine Eltern nicht beigebracht, dass man andere Leute nicht bestiehlt? Du unarrrtiger Lümmel!“ Langsam verflüchtigte sich der Qualm und ehe ich sie richtig erkannt habe, fühlte ich, wie zwei messerscharfe Spielkarten in mein Fleisch schnitten. Die eine verpasste mir nur einen großen Schlitz auf der rechten Wange, doch die zweite erwischte mich schlimmer. Sie glitt bis auf die Knochen in meinen linken Arm hinein und bereitete mir einen höllischen Schmerz. Kaum das ich von diesem Schmerz nicht mehr abgelenkt war, attackierte mich dieser Irre mit einem buntkarierten Baseballschläger. Geschickt wich ich den ersten fünf Schlägen aus und als der Joker zum sechsten ausholte, konnte ich ihn mit einem Handkantenschlag gegen die Brust ins Straucheln und mit dem darauffolgenden Roundhousekick Zufall bringen.
Krachend flog er in zwei gut gefüllte Mülltonnen. Während er noch benommen
vom Sturz im Abfall lag, griff ich mir meine Säbel und spürte, dass ich wieder vollständig war. Ich war wieder ganz und gar ich. Mit neuer Kraft stürmte ich auf den Joker zu, bereit ihm meine Klingen in den buntbemalten Leib zu rammen, erhob mich mit einem Satz in die Luft und senkte beide Schneiden nach unten. Nur noch wenige Zentimeter und meine Klingen wären in seinen Brustkorb gefahren, da schmetterte mir der Joker einen Mülleimerdeckel gegen meine Säbel. Den einen Säbel schlug er mir auf diese Weise aus der Hand, den anderen aber lenkte er nur soweit ab, dass er nicht mehr seine Brust durchbohren konnte, dafür beide Wangen. Die Klinge fuhr erst durch die rechte Wange, zerbrach etliche Backenzähne, stach durch die linke Wange und so tief in den Beton, dass der Clown sprichwörtlich festgenagelt war. Während er wild gluckste, eilte ich zu meinem zweiten Säbel um ihm damit den Gar auszumachen. Doch ehe ich ihn erreichte, hörte und sah ich kleine Murmeln auf dem Weg entlang rollen. Sie rollten mir direkt unter die Füße, brachten mich Zufall und ich schlug mit voller Härte mit dem Kopf auf den Beton auf. Mir wurde schummerig und ich fühlte, wie ich langsam das Bewusstsein verlor. Doch bevor es dunkel wurde, sah ich nur noch, wie sich der Joker mit einem qualentstellenden Schrei und einem kräftigen Ruck seines Kopfes nach Hinten von dem Säbel befreite. Er erhob sich und kam nun mit einem noch breiteren Grinsen – sein Unterkiefer hing unnatürlich weit herunter – auf mich zu. Ich spürte nicht einmal mehr den Schmerz, ich hörte nur noch das widerliche Knacken und Brechen meiner Rippen als er wieder mit dem Baseballschläger zuschlug…
…ein allerletztes Mal konnte ich meine Augen öffnen und mir gefror das Blut in den Adern. Ich sah den Joker, meinen Bezwinger, wie er mit einer Fleischerschürze bekleidet vor einen kleinen Schrein kniete und die Spinnenkönigen Loth anbetete.”
Na, das ist nicht schlecht, oder? Wer hätte gedacht, dass unser DRIZZT doch so moderne Kraftausdrücke kennt?! Da muss unser Oliver Elias bei den nächsten Flüchen bestimmt mal drüber nachdenken. Ich hoffe, die coolen Bilder aus den Comics, den Filmen und dem fabelhaften Game “Arkham Asylum” darf ich hier stehen lassen!
Wie hat Euch die Geschichte gefallen? Gegen welche großen Superhelden und -schurken sollte DRIZZT noch antreten?