Interview mit dem Hellboy 8-Autor
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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
ich möchte von einem Fall berichten, der mir zur Überprüfung zugetragen wurde. Demnach ist der neueste Bericht von Agent Hellboy nicht wie üblich mit Hilfe von Agent Schlunze verfasst worden, sondern wurde durch einen Agent, der eigentlich im Innendienst tätig ist, erstellt.
Dieser Brief enthält eine Darstellung der Problemtik durch den betroffenen Agent Franjo Franjkovic. Das Schreiben ist als streng vertraulich einzustufen und soll dementsprechend nicht an die Öffentlichkeit gelangen.
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PERSÖNLICH/VERTRAULICH
Sehr geehrter Dr. Manning,
aufgrund einiger recht unerfreulicher Zwischenfälle in den letzten Wochen, sehe ich mich leider gezwungen dieses Schreiben aufzusetzen und möchte Sie bitten, mein Tätigkeitsfeld hier in der B.U.A.P. noch einmal zu überprüfen.
Der von mir unterschriebene Arbeitsvertrag beinhaltet ein Aufgabenfeld im ausschließlich administrativen Bereich. Für den Einsatz im Feld bin ich mit meiner kaufmännischen Ausbildung und meinen gerade 31 Jahren weder hinreichend ausgebildet, noch erfahren genug.
Sie wissen, dass ich keinerlei Probleme damit habe, die Einsatzberichte unserer Agenten nach Protokoll nieder zu schreiben (siehe meine Berichte zu den Einsätzen in Russland, Japan und England, zusammengefasst im Gesamtbericht #08). Ich habe durchaus Verständnis, wenn unsere Agenten nach ihren aufreibenden Außeneinsätzen nicht auch noch den Papierkram erledigen wollen, aber ich werde nicht (!!!) ein zweites Mal selbst an einem dieser Einsätze teilnehmen.
Auch wenn es in unseren Reihen Agenten gibt die feuerfest, beinahe kugelresistent sind und eine erhöhte Regenrationsgabe besitzen (ich denke es ist überflüssig Namen zu erwähnen), möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich nicht zu diesem Personenkreis gehöre!
Der von mir begleitete Agent mag einen Rücken voller Glassplitter noch mit einem herzhaften “Kacke!” beiseite wischen, aber mir bereitet ein solches Missgeschick einen nicht unerheblichen Grad an körperlichen und seelischen Schäden (unser Betriebsarzt hegt bspw. die Vermutung, dass die nervösen Zuckungen meines linken Auges ein bleibender Schaden sein könnte).
Auch mein heldenhafter Versuch, einen angreifenden Dämonen mit einem Faustschlag nieder zu strecken, endete mit einem verstauchten Handgelenk und einem Kapselriss im Ringfinger der rechten Hand, welcher aufgrund des Blutstaus, verursacht durch meinen Ehering, auf Ballongröße anschwoll. Der von mir begleitete Agent tat meine schwere Verletzung nur mit einem achselzuckenden “Solltest Dir auch eine Steinfaust zulegen” ab.
Schlussendlich habe ich dem Tod ins Auge geblickt und konnte der Energieentladung eines feindlichen Subjektes nur mit Mühe ausweichen, indem ich katzengleich auf den Boden gehechtet bin, wobei ein nicht unerheblicher Teil meines ohnehin schwindenden Haupthaares versengt wurde. In diesem Zusammenhang bitte ich erneut darum, dass die Anmerkungen des Agenten HB “Gehechtet? Der Knilch ist über eine Wurzel gestolpert!”, aus dem offiziellen Einsatzbericht gestrichen wird.
Zusammenfassend kann man sagen, dass ich während meines ersten Außeneinsatzes beinahe erschlagen, erschossen, gebraten, ersäuft, gepfählt und gevierteilt wurde und das alles innerhalb von knapp neun Minuten!
Aus diesem Grund möchte ich Sie bitten, mich künftig ausschließlich im Innendienst einzusetzen. Wie Sie meiner Akte entnehmen können, habe ich selber einen Sohn, ich bringe also genug Erfahrung darin mit, auch ungestüme Gemüter bei Laune zu halten.
Solange ich nicht erneut mit den Aufgaben medizinischer Dämonenfußpflege betraut werde, könnte ich mir beinahe jede Tätigkeit hier in Fairfield vorstellen, selbst wenn das bedeutet bei strömenden Regen tonnenweise benutztes Katzenstreu vor die Tür zu bringen. Mit unangenehmem Wetter und den dadurch entstehenden seelischen Verstimmungen habe ich schließlich reichlich Erfahrungen sammeln können.
Hochachtungsvoll |
Der folgende Bericht, der mir zur Überprüfung von Agent Franjkovics Vertrauenswürdigkeit und dessen Zuverlässigkeit vorgelegt wurde, gibt seinen persönlichen und beruflichen Werdegang wieder. Die ungewöhnliche Länge von 2×6 Fragen wurde gezielt gewählt, um so nahe wie möglich einer empirischen Herangehensweise zu kommen und uns somit möglichst abzusichern über den Wahrheitsgehalt und dessen Aussagekraft.
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Fragebogen zur Ermittlung der Unbescholtenheit und Loyalität
Beschreiben Sie, wie Sie zu Ihrer aktuellen Tätigkeit, dem Beschreiben paranormaler und anderer mysteriöser Ereignisse in Ihren Berichten, kamen! Der Wunsch zu schreiben ist bei mir aus der Leidenschaft für das Lesen erwachsen. Ich bin recht früh mit den Klassikern der Science-Fiction und Fantasy Literatur in Berührung gekommen, habe bspw. den Wüstenplanet-Zyklus verschlungen, als der Großteil meiner Altersgenossen noch Hanni und Nanni gelesen hat. Diese unglaublich großen Welten, diese Erzählungen, die mit einer spielerischen Einfachheit ganze Universen geschaffen haben, hatten es mir angetan und es dauerte nicht sehr lange, bis ich selber angefangen habe, mir kleine Geschichten auszudenken. Anfangs nur in meiner Vorstellung, später kam dann der Wunsch, diese Geschichten auch aufzuschreiben. Zwar nur gelegentlich, Mädchen und Fußball waren wahrscheinlich in der Jugend interessanter, aber hin und wieder einige kleinere Fragmente habe ich auch zu Papier gebracht.
Das ging so, bis ich ins junge Erwachsenenalter kam, ab da packte es mich immer mehr, bis ich irgendwann in den Kurzgeschichtenbereich vorgedrungen bin. Meine erste “echte” Kurzgeschichte war für mich dann auch wie ein Dammbruch, es ging immer weiter, ich schrieb regelmäßig und irgendwann kam der Gedanke, dass man die Leidenschaft für Hörspiele, doch mit der Leidenschaft zum Schreiben verbinden könnte und so bin ich letztendlich auch beim Hörspielprojekt gelandet.
Welchen Tätigkeiten gehen Sie nach, um Ihre Arbeit bei der Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen zu verschleiern? Beruflich habe ich eine kaufmännische Ausbildung gemacht und bin auch bis heute in diesem Bereich unterwegs. Das ist weder spektakulär, noch rette ich damit die Welt. Millionen anderer Leute in Deutschland wissen ja wie das ist. Privat steht die Familie an erster Stelle und der Fußball meines Sohnes nimmt auch einige Zeit in Anspruch, da ich aufgrund von Trainermangel sein Team übernommen habe. Das kann ich ohnehin jedem nur empfehlen, denn wer schon mal auf dem Platz stand und sich von Eltern und gegnerischen Betreuern beschimpfen lassen musste, denn kann so schnell nichts mehr schocken. Musik ist bei uns zu Hause auch ein großes Thema, allerdings konsumieren wir alle nur, dafür aber in manchmal unerträglichen Dosen. Dazu kommt noch eine große Leidenschaft für die Medien Film und Hörspiel, wobei die Faustregel gilt: Je düsterer und abgewichster, umso besser. Bücher verschlinge ich ohnehin ohne Unterlass, quer durch alle Genres, bevorzugt allerdings Sci-Fi und gute, düstere Thriller/Krimis. Dazu fällt mir eine kleine Anekdote am Rande ein: Ich war in einer Buchhandlung und eine übereifrige Buchhändlerin mittleren Alters wollte mir bei der Auswahl behilflich sein und fragte mich, was ich denn gerne lese. Meine Antwort: “Och… Sex und Gewalt.” Trotz fortschreitenden Alters habe ich bis heute auch nicht die Leidenschaft für gute Games aufgegeben und bei Action-Adventures oder Survival-Horror Spielen lasse ich auch gerne den Controller glühen, ich bin aber genauso gut für jedes unterhaltsame Brettspiel zu haben. Wie stehen Sie zum Einsatz von Audio-Mitschnitten bei diversen Außeneinsätzen zur Nachvollziehung der Geschehnisse und deren Auswertung? Welche Verbindung haben sie zu diesem Methodik? Ich glaube meine Hörspielhistorie unterscheidet sich nicht von der vieler anderer Kassettenkinder. Das Medium hat mich schon früh in seinen Bann gezogen und bis zum heutigen Tag auch nicht losgelassen. Leider kann ich zwecks Legendenbildung nicht behaupten, dass meine Hörspielleidenschaft mit einer der “coolen” Hörspielreihen wie den “Drei ???” ihren Anfang genommen hätte, denn es waren die Hörspiel-LP’s meiner Schwester von “Kimba, der weiße Löwe”, mit denen alles angefangen hat. Eine Serie, die ich tatsächlich nur noch als Hörspiel kenne, die TV-Serie habe ich bspw. nie gesehen.
Das “Besondere” am Hörspiel für mich ist das Bild, welches man in seinem Geist mitlaufen lassen kann, ohne eine visuelle Beschränkung in irgendeiner Form zu haben. Bei Filmen ist man auf das Bild angewiesen und in Büchern erstrecken sich die Umgebungs- und Personenbeschreibungen oft über mehrere Absätze. Das Hörspiel hält sich hier (zumindest in den meisten Fällen) dezent zurück, man kann sich von der Inszenierung mitreißen lassen und die Imagination arbeitet auf Hochtouren. Kein anderes Medium erhebt diesen Anspruch auf Exklusivität an den Geist und lässt einem gleichzeitig diese immensen Freiheiten. Von welchen weiteren Organisationen haben Sie bereits Aufträge angenommen und erfolgreich Berichte erstellt? Und sind ihre Texte stets Berichterstattungen oder arbeiten Sie auch in anderen Bereichen, beispielsweise redaktionell?
Also ich schreibe in der Regel “nur” kreativ, ich habe und hatte auch nie die Motivation etwas anderes in dieser Richtung zu machen. Das Schreiben von Fiktion beinhaltet ohnehin auch einen immer einen immensen Rechercheaufwand, deswegen wäre das Schritt wahrscheinlich nicht einmal so groß, aber mir fehlt schlicht das Interesse und die dafür nötige Ausbildung. Was die kommerziellen Verwertungen angeht, rollen jetzt langsam die ersten Sachen an. Da ich mich vorher nur im Kurzgeschichtenbereich aufgehalten habe, waren die Veröffentlichungsmöglichkeiten ohnehin eher begrenzt und über kurze Texte in kleinen Literaturmagazinen kam ich letztlich auch nicht hinaus. Im Bereich Hörspiele ist der Hellboy-Skriptwettbewerb LAUSCH zweifelsohne das “größte” Projekt, an dem ich bisher gearbeitet habe, bzw. die Produktion mit der größten Fanbase und letztlich auch besten kommerziellen Verwertbarkeit, was natürlich eine tolle Referenz für künftige Arbeiten ist. Derzeit wird noch ein weiteres meiner Spielbücher von Detlef Tams und Sven Matthias umgesetzt, das Projekt befindet sich aber noch in einer frühen Produktionsphase, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das eine sehr coole Kiste wird, da mit Detlef und Sven zwei Profis am Werke sind und mit Gordon Piedesack schon ein fantastischer Sprecher mit an Bord ist. Detlef und Sven werden mit Sicherheit auch noch jeweils eine Rolle im Hörspiel übernehmen, die Vorzeichen sind also ausgesprochen gut. Generell ist der Markt für Hörspiele allerdings recht schwierig, gerade für jemanden wie mich, der nur sehr limitierte technische Fähigkeiten hat und seine Geschichten nicht selbst vertonen kann. Man kann zwar bei vielen Labels anklopfen und nett mit den Produzenten schnacken, aber sobald der Satz “Hör mal, ich hätte da ein Konzept in der Schublade…” spürt man sofort wie das Gespräch kippt und beim Gegenüber alle Abwehrmechanismen hochfahren, welche die menschliche Evolution hervorgebracht hat, ohne das man auch nur ein Wort zur Idee losgeworden ist. Auf jeden Fall werde ich auch künftig weiter beim Hörspielprojekt mitmischen und dort auch Skripte vorstellen. Wir starten ja gerade mit der Produktion einer neue Mystery-Serie mit dem Titel “Parapol” und da bin ich, neben Erik Albrodt, bisher einer der Autoren.
Hatten Sie im Rahmen Ihres Gesamtsberichts #08 zum ersten Mal Kontakt zu Agent Hellboy? Wie schätzen Sie Ihr Verhältnis zu ihm? Hellboy war mir natürlich schon vor dem Wettbewerb ein Begriff, immerhin ist der Rote längst in der Popkultur angekommen, ich muss allerdings gestehen, dass ich nicht alle Folgen der Comics kenne. Trotzdem hätte ich die Frage “Mit welcher Comicfigur würdest Du gerne mal ein Bierchen zischen?” immer und ohne zu zögern mit “Hellboy!” geantwortet.
Die Filme habe ich beide mehrfach gesehen, das letzte Mal, als ich als Gewinner des Skriptwettbewerbs feststand. Da musste ich ans DVD-Regal gehen und die beiden Filme noch mal hervorholen, die ich mir dann mit einem diebischen Grinsen im Gesicht noch mal reingefahren habe.
Komischerweise springt mir Hellboy seit dem Wettbewerb immer sofort ins Auge, ich habe bspw. vor kurzem erneut die Sin City Comics gelesen und mir ist erst jetzt bewusst der kleine Hellboy-Cameo in “Hell and back” aufgefallen.
Können Sie sich vorstellen, für einen Agenten der B.U.A.P. im Außeneinsatz zu vertreten, wenn dies notwendig ist und gefordert wird? Wenn Sie dem zustimmen, wen würden sie im Notfall versuchen nach bestem Wissen und Gewissen zu ersetzen?
Was für ne Frage! Hellboy natürlich! Eine Steinfaust, Dämonen den Popo versohlen, immer den perfekten One-Liner auf den Lippen und ständig ne dicke Zigarre zwischen den Zähnen. Wenn das mal nicht der Traum eines jeden Mannes ist! Da würde ich sogar das regelmäßige abhobeln der Hörner in Kauf nehmen.
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Ich möchte Sie bitten, weiterhin Ihre Augen und Ohren stets offen zu halten und uns über alle ungewöhnlichen Vorgänge zu berichten.
LLL



Die Fragezeichen und TKKG kamen erst später dazu, aber dafür umso heftiger. Ich hatte Phasen, in denen nichts anderes aus den Lautsprechern schallte als die Hörspiele der drei Jungdetektive. Leider flogen alle MC’s in einem Anflug jugendlicher Gleichgültigkeit auf den Sperrmüll, was mich im Nachhinein natürlich maßlos ärgert.