Oliver Elias über das Fluchen
Zweimal werden wir noch wach … Ja, am Freitag erscheinen endlich die neuen DRIZZT-Folgen. Ihr könnt sie Euch am Wochenende bei uns dann in Köln persönlich abholen oder doch einfach im Laden oder über unseren Amazon-Shop kaufen. Ich selbst bin auch schon ganz aufgeregt, da es mir bisher nur vergönnt war, einzelne Ausschnitte des Gesamtkunstwerkes zu hören, ich aber auch erst diese Woche meine eigenen CDs kriege.
Nun geht es aber weiter mit dem eigentlichen Thema des Artikels. Hier gibt es den zweiten Artikel von Oliver Elias, der uns diesmal erklärt, welche Probleme ihm das Fluchen beim Schreiben der Drehbücher zu DRIZZT macht. Olivers Ausführungen über den Krieg könnt Ihr Euch hier durchlesen. Das Miniaturbild habe ich von moviesection.de (“Der Fluch” … hä … hä … na gut, genug Schenkel geklopft).
Nun wünsche ich Euch viel Vergnügen beim Fluchen:
“2. „Nichtiger Rübenzähler“ oder „abgefuckter Dummbatzen“?
Im Hörspiel muss man kraftvolle Situationen allein durch das Werkzeug der Sprache umsetzen. Aussagekräftige Bilder und damit eine effektvolle emotionale Ebene bleiben dem Schreiberling versagt. So muss man hin und wieder mit Worten transportieren, was größer ist als das Wort allein. Und um dem gebotenen Nachdruck im Gefühlsleben unserer Helden ein Ventil zu bieten, ist es oft angebracht, derbe zu fluchen.
Nur wie flucht man in Faerun? „Verdammtes Arschloch“, „kleiner Wichser“ und „Ich mach dich Gulasch!“ fallen da von vorn herein aus dem Rahmen. Man hat es hier mit Figuren zu tun, die in einer mittelalterlichen Welt leben und sich auch dementspre-chend ausdrücken sollten.
Denkt man einmal darüber nach, wie Drizzt und Co. ihrer Verzweiflung oder unbändigen Missbilligung Ausdruck verleihen sollen, wird man schnell mit dem Problem konfrontiert, dass die Mittel begrenzt sind. „Bei meiner Axt!“ oder „Zum Donner!“ mögen ja als Auftakt für ein Scharmützel in ein bis zwei Folgen noch ausreichend sein, aber was kommt dann?
Ich habe schon viele verzweifelte Stunden mit der sorgfältigen Auswahl ausgeklügel-ter Flüche zugebracht. Dabei sind kleine Unfreundlichkeiten wie „Ausdünstung eines zerhackten Lindwurms!“, „Nachgeburt einer verlotterten Orkhure!“ oder „Stinkender Ausfluss schwitzender Fledermaushintern!“ entstanden und können nur noch von gewagten Wortkreationen nach nächtlichen, weingeschwängerten Schreibexzessen wie z.B.: „Tethyrische Kesselschnecke“, „Metbegossenes Flohgehirn“ oder „Ogergezwirbeltes Sumpfwurmgezücht!“ übertroffen werden.
Vielleicht versteht der eine oder andere unter euch die tiefe, ehrliche Not, die mir in solchen Momenten das Gemüt zerpflückt. Und so wäre ich für Anregungen durchaus dankbar und werde mich bemühen, sie in den nächsten Folgen einzubauen!”
Solche Flüche zu Entwickeln ist in der Tat gar nicht so einfach. Hier mal ein paar Vorschläge:
Schleimiger Überrest eines Kriegers, zahnloser Fliegenpilz, bei der vollbusigen Schmiedin dieses Schwertes, unreines Spitzohrgewächs, bartlose Rückseite eines Ogerbabys, minderbemittelte Kochwurst, fliegender Blindvogel, röhrende Keifspinne, Sauerkraut aus Ogerhaut, Furz einer fliehenden Ratte, bei deinem Anblick verfault mir die Axt in der Hand, Handwerkskunst der Orks? Als nächstes tragen Elfen noch Vollbart, ungewaschener Lendenschutz der Verdammnis….
Jetzt ist mir schlecht, aber vielleicht ist ja etwas davon zu Gebrauchen.^^
Grüße
Sebastian