Oliver Elias über das schwere Los so anders zu sein
Endlich komme ich mal wieder dazu, Euch einen Beitrag von Oliver Elias, dem Autor unserer DRIZZT-Drehbücher, hier reinzusetzen! Nachdem Ihr schon seine Ausführungen über den Krieg und über das Fluchen lesen konntet, geht es in diesem Artikel um den Außenseiterstatus und die Nachdenklichkeit unseres liebsten Dunkelelfen.
Außenseiter haben es nicht einfach, aber ihr Schicksal abseits von der Masse beschert ihnen auch häufig eine besondere Sicht auf die Welt. Unser DRIZZT gehört zu der eher nachdenklichen Sorte dieser Gattung. Was das für einen Drehbuchautor bedeutet und welchen Selbstzweifeln ein solcher zu begegnen hat, könnt Ihr in Olivers Ausführungen erfahren:
“Vom schweren Los so anders zu sein
Was mir am Charakter DRIZZT Do’Urden ganz besonders gefällt, ist sein ewig einsamer Status als Outlaw. Er wird niemals,bis an sein Lebensende, irgendwo richtig dazugehören. Seine eigene Mischpoke kann er auf den Tod nicht leiden und alle anderen auf diesem verdammten Kontinent kriegen die Maul und Klauenseuche, wenn sie ihn nur sehen! – Ein wirklich schweres Los.
R.A. Salvatore hat in seinen Büchern zahlreiche besinnliche und hoch philosophische Monologe von DRIZZT eingebaut, in denen er über die wilden Kämpfe in seinem Inneren berichtet. Diese melancholischen Selbstzweifel, nimmt der Leser gerne als Anregung für seine eigenen, ganz alltäglichen Probleme, die bestimmt jeder Fantasy Fetischist in einer Welt der nüchternen, schlipstragenden Langeweiler erdulden muss. Häufig wird mir beim Lesen dieser Passagen so warm ums Herz, dass ich sie am liebsten am Ende einer jeden Szene komplett einbauen möchte. Doch dann kommen meine eigenen
Selbstzweifel in mir hoch. Will der Zuhörer der DRIZZT-Hörspiele das? Will er nicht Action, Schwerterklirren und wildes Kriegsgeschrei?
Ich hoffe nicht. Gerade die besinnlichen Momente unseres Helden unterscheiden DRIZZT von anderen großen Abenteurern, die außer einem ordentlichen Rülpser nach einem Liter Met in der Hafenspelunke kaum einen brauchbaren Beitrag zur kulturellen Vielfalt in den Vergessenen Welten beitragen könnten.
Es würde mich nicht wundern, wenn DRIZZT am Ende seiner Tage als Krieger die Säbel ablegen und zu einem der großen Denker Faeruns avancieren würde. Mit Sicherheit könnte er uns auch dann noch das eine oder andere Abenteuer mit einem guten Schuss geistiger Nahrung auftischen.”
Das erste Bild habe ich diesmal von dieser Seite, wo sich passend zu dem letzten Artikel aus unserer Rubrik VS. eine Diskussion über einen Kampf zwischen DRIZZT und Batman findet. Natürlich habe ich mir auch wieder ein Bild aus “A Reader’s Guide to R.A. Salvatore’s The Legend Of Drizzt“ von Philip Athan besorgt, was wohl meine meist genutzte Bildquelle darstellt.
Jetzt seid Ihr wieder dran: was meint Ihr zum Verhältnis von Action und nachdenklichen Erzähler-Passagen innerhalb der DRIZZT-Hörspiele?

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich die melancholischen inneren Kämpfe von Drizzt liebe.
Was wäre sonst so faszinierend an unserem liebenswerten Drow, wenn er dieses tiefgründige Art nicht besäße? Eben, es würde das gewisse Etwas fehlen und ich denke ohne diese Erkenntnis, wie er vieles sieht, hätte er garnicht die Kraft gehabt um sich aus den Fängen der grausamen Spinnengöttin Lloth zu befreien.
Vorallem kann doch gerade Drizzt über das Leben mit seinen Tücken, aber auch so manch schönen Wendungen besonders gut philosophieren. Der werte Herr hat nach all seinem Erlebten an Hass, Feindseligkeit, Frust und Unwissenheit seinen Widersacher auch allen Grund dazu.
Ansonsten wäre unser Dunkelelf auch nur ein flacher Fantasy-Charakter, wie es sie wie Sand am Meer gibt und wo hinter stumpfer Action nicht mehr viel hintersteckt.
In diesem Sinne: Natürlich möchte man actionreiche Szenen nicht missen, es geht hier schließlich um ein Abenteuer, aber Zeit für die wundervollen Erzähler-Passagen sollte genug vorhanden sein.
Denn so hat man das Gefühl, Drizzt sei nicht nur eine Fantasy-Figur, sondern ein aufschreiender Teil eines zu unrecht Behandelten, in unserer oftmals unfairen Realität.
Einen kleinen Wunsch würde ich noch gerne äußern.
Es wäre wirklich richtig toll, wenn auch die Romantik nicht zu kurz kommen würde zwischen Herrn Do’Urden und einer gewissen Person.
Verzeiht, aber da spricht mein verträumtes und melancholisches Herz aus mir
Aber ich denke das würde noch gaaanz vielen anderen Zuhöhrern gefallen.
Liebe Grüße
Jacqueline
Ich empfehle auch die Bücher vorher zu lesen!!!!!
ICh bin mehr als begeistert von den Hörspielen, aber wenn man das ganze vorher gelesen hat ist es einfach noch besser!!!
Die Fantasie kann man beim lesen einfach noch mehr schweifen lassen, selbst meinen Vater der behauptete diese immer gleichen, langweiligen Fantasy Bücher zu hassen, habe ich morgens um 4 beim lesen erwischt!!